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Ihre Kinder leiden ebenso wie Sie unter der Gewalt, die Sie zu Hause erleben. Selbst wenn die Kinder nicht unmittelbar dabei sind, hören sie die Schreie und Beschimpfungen durch die Wand, spüren sie die Angst der Mutter und die Aggressivität des Vaters. Es macht für Kinder keinen Unterschied, ob die Mutter, ein Geschwisterkind oder sie selbst misshandelt werden. Sie leiden immer unter der erlebten Gewalt und tragen emotionale Schäden davon.
Es ist gut, wenn Sie diese Situation beenden wollen.
Im Frauenhaus sind Sie gemeinsam mit Ihren Kindern willkommen!
Auch für Ihre Kinder ist der Umzug ins Frauenhaus ein Schritt ins Ungewisse. Sie verlieren ihr gewohntes Umfeld, müssen vielleicht die Schule oder den Kindergarten wechseln. Sie verlieren dadurch Freunde und Familienmitglieder. Gleichzeitig tragen Ihre Kinder schwer an den Erinnerungen und Gefühlen, die die Gewalt in ihnen verankert hat. Sie sind erleichtert, im Frauenhaus in Sicherheit und der Gewalt nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein. Aber ihre Kinder haben vielleicht auch Schuldgefühle, dass es an ihnen lag, „dass der Papa immer ausgerastet ist.“ Sie machen sich vermutlich Sorgen um Sie und haben vielleicht das Gefühl, dass sie Sie jetzt ganz besonders unterstützen müssen. Manchmal sind sie auch wütend auf beide Elternteile, ihren Vater, weil er die Gewalt ausgeübt hat, und auf ihre Mutter, weil sie die Gewalt zugelassen hat.
Deshalb brauchen Ihre Kinder Hilfe, Hilfe sich im Frauenhaus einzuleben und die Gewalt zu verarbeiten. Die beiden Mitarbeiterinnen im Kinderbereich des Frauenhauses sind dafür Ansprechpartnerinnen und bemühen sich, Ihre Kinder mit ihren Bedürfnissen aufzufangen und zu stabilisieren.
Die Angebote des Kinderbereichs sind:
- altersspezifische Kindergruppen
- Einzelgespräche mit den Kindern
- Unterstützung bei der Schul-und Kindergartenplatzsuche
- Erziehungsberatung für die Mütter
- Beratung zu Sorge-und Umgangsrecht
- Beratung und Unterstützung, die Gewalterlebnisse mit den Kindern zu thematisieren und zu verarbeiten
- Kooperation mit Einrichtungen der Kinder-und Jugendhilfe, Psychologen, Ärzten und anderen therapeutischen Einrichtungen
Was Sie Ihren Kindern sagen können, wenn Sie ins Frauenhaus gehen:
- „Wir gehen jetzt an einen Ort, wo wir in Sicherheit sind.“
- „Es ist nicht deine Schuld, dass wir von zu Hause weggehen.“
- „Wir gehen von zu Hause weg, weil Gewalt nicht in Ordnung ist.“
- „Du darfst den Papa trotzdem noch lieb haben.“
- „Ich hole uns jetzt Hilfe, damit es uns besser geht.“
- „Du darfst darüber reden, was zu Hause passiert ist.“
Was Sie für Ihre Kinder mitnehmen sollten:
- Lieblingsspielsachen, Kuscheltier
- Schulsachen und Zeugnisse
- Adresse vorheriger Kindergarten/ Hort/ Ärzte
- Impfpass und U-Heft
- Kontaktadressen von Freunden der Kinder
Über die Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder
Häusliche Gewalt hat auf Kinder unterschiedlichste Auswirkungen und kann langfristige Folgen haben.
Sie fühlen sich schutzlos und versuchen dennoch häufig, die Mutter vor der Gewalt zu schützen.
Wenn Kinder eingreifen, ist die Gefahr groß, dass sie selbst misshandelt werden. Die Kinder fühlen sich einsam und allein gelassen, da ihre Bedürfnisse nicht wahrge-nommen werden. Sie haben ein geringes Selbstwert-gefühl und vielfältige Ängste. Sie sind teilweise sich selbst oder anderen gegenüber aggressiv, und über-nehmen das Rollenverhalten, das sie vorgelebt bekommen.
Kinder, die zu Hause Gewalt erleben, können sich in der Schule oft nicht konzentrieren. Beginnt die Gewalt in der Schwangerschaft, können schon früh kognitive Defizite auftreten. |
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